Willkommen auf dem Diskussions-Blog zu ZAUBERBERGMANIFEST

Januar 10, 2012 § 7 Kommentare

Im Zuge unseres Projektes „ZAUBERBERGMANIFEST“ sind wir auf unterschiedliches Feedback von Ihnen gestossen. Besonders aufregend fanden wir Ihre Vorschläge und manchmal auch kritischen Anmerkungen, welche wir gerne aufgreifen möchten. Gerne würden wir hier mit Ihnen in Diskussion treten. Teilen Sie uns Ihre Meinung mit und helfen Sie so, mit den gegenwärtigen Situationen gestalterisch umzugehen.

Wir freuen uns auf Ihre Gedanken!

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§ 7 Antworten auf Willkommen auf dem Diskussions-Blog zu ZAUBERBERGMANIFEST

  • Sascha sagt:

    Ich finde die Einstellung in dem Fall sehr lobenswert und gut und kann mich nicht wirklich beklagen – wir fanden es echt cool soweit!

  • Chris sagt:

    Sehr geehrte Frau Klövekorn,
    Jedem das, was er verdient. Auf eine ihrer Meinung nach schlechte Performance folgt eine schlechte Kritik. Mir scheint, Sie sind ein Gerechtigkeit liebendes Mitglied unserer Gesellschaft.
    Doch vielleicht krankt ihre Kritik ja genau hier. Denn hinter den Mauern, die Tod und Krankheit aufbauen, ist Gerechtigkeit ein Fremdwort. Sie schreiben, die Performance habe das Thema verfehlt – ohne selbst ein Thema explizit nennen zu können. Da bleibt die Frage offen: Um was ging es denn, aus ihrer Sicht? Auf diese Frage haben Sie keine Antwort gefunden und konnten sie nicht finden, weil sie scheinbar zu sehr damit beschäftigt waren, intellektuell verstehen zu wollen, was nicht intellektuell zu verstehen ist. Oder können Sie mir – fernab jeden Theaters – sagen, warum es Krankheit gibt, warum es den Tod gibt?

    Nun hat während einer Performance eine Gruppe von Betroffenen ihnen ein Angebot gemacht und ihre Gefühlswelt in Anwesenheit dieser Fragen dargeboten – bedauerlicherweise nicht nach ihrem Geschmack. Diesen in den Hintergrund zu rücken und über seinen eigenen begrenzten Horizont zu blicken, erfordert Mut. Sich auf das Thema Krankheit einzulassen auch. Und genau dies wollte ihnen die Stimme im Therapiezentrum mitteilen, die Sie laut und deutlich vernommen zu haben scheinen. Wirklich schade, dass Sie diesem Ratschlag nicht folgen konnten.

  • Basti sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich möchte mit diesem Leserbrief meinen Unmut über den von Frau Einecke-Klövekorn verfassten Artikel äußern. Dass Frau Einecke-Klövekorn das Stück nicht wirklich verstanden hat, wird in ihrem Verriss offensichtlich. Das stört mich als Darsteller und Teil der Performance auch nicht weiter. Die eigene Ignoranz steht vielen Menschen nun ma l im Weg und versperrt oft die Sicht auf die Dinge. Nein, was mich wirklich stark verletzt hat, war die plumpe Art und Weise, wie Frau Einecke-Klövekorn mit dem Thema Krebs in ihrem Artikel umgeht. Dies trifft mich umso mehr, da ich selbst – wie der Großteil der Darsteller – bis vor einigen Monaten noch mit einer Krebserkrankung zu kämpfen hatte.

    Allein das falsch wiedergegebene Zitat („Ich habe Leukämie. Jeder dritte überlebt das.“) erzürnt mich zutiefst, da es die toternste Thematik (Leukämie) in eine reine mathematische Wahrscheinlichkeit verkehrt. Korrektes Zitieren sollte zum Handwerk eines jeden Journalisten dazugehören, doch an dieser Stelle lässt die Autorin die nötige Sensibilität im Umgang mit dem Thema vermissen. Da das Zitat falsch wiedergegeben wird, wird auch der eigentliche Kern der Aussage verzerrt.

    Das Stück verbreitet ganz gewiss „Todesunlust“, wie die Autorin schreibt, denn wer hat schon Lust auf den Tod?! Wir, die Überlebenden einer tödlichen Krankheit, ganz bestimmt nicht! Oder anders formuliert: Gibt es ein größeres Bekenntnis zum Leben, als eine tödliche Krankheit zu überstehen?
    Für mich am schwersten verdaubar war jedoch der Satz, in dem Frau Einecke-Klövekorn vom „Krebsgang“ spricht. Da sich das Stück mit dem Thema Krebs befasst, bleibt es mir vollkommen unverständlich, wie man in diesem Kontext eine solche Formulierung wählen kann. Diesen Ausdruck habe ich als ungeschickt, unpassend, und zutiefst verletzend empfunden. Definitiv ein Treffer unterhalb der Gürtellinie, der auch noch einen Tag nach Erscheinen des Artikels nachwirkt. Unterstellt man der Autorin eine gewisse Berufserfahrung, ist diese Provokation/Beleidigung nur als bewusster Affront aufzufassen. Und damit trifft sie mich umso härter. Mit Verlaub, aber das ist nicht das journalistische Niveau, das man vom General-Anzeiger erwartet, sondern eher den einschlägig bekannten Boulevardblättern zuschreiben würde.

  • Angst ist eines unserer begleitenden Grundgefühle, und zwar unser Leben lang, von unserem Alter, jedoch auch von unseren bewältigten Herausforderungen abhängig, jeder seinem Typus entsprechend: Einer schreit sie laut hinaus, ich fresse sie in mich hinein, ein anderer wiederum boxt wild um sich. Ja, noch wesentlich vielschichtiger äußern sich fürchterliche Ängste.
    Krebserkrankte Kinder, Jugendliche sehen ihre Groß- und reale Eltern, Geschwister, Freunde mit betretenden Gesichtern an ihrem Krankenbett an. Ihnen geht es schlecht genug, und sie hoffen auf Leben, das mitgebracht wird. Viele Betroffene möchten die so schwer tragenden Gesichter ihrer Nahestehenden nicht auch noch belasten, weil diese mit, ihrer eigener Unsicherheit schaurig, traurig täglich für Minuten, Stunden herein schauen. Wie sinnreich lässt sich hier eine Geisterbahnfahrt mit existenzieller Ängstlichkeit vergleichen??? Zumal Vergleiche stets hinken, da kein Kontext sich im wahren Leben explizit wiederholt!
    Gut, inzwischen gibt es sie sogar, die Apfelbirnen! Frau Einecke-Klövekorn bringt sie sehr schlicht und kaum überzeugend zu Papier.
    Diese horrende Doppeldeutigkeit hinsichtlich des „Krebsganges“, lässt auch eine zürnende Wut aufkommen über ihre fehl interpretierten, bös gewollten „intellektuellen“, miss gedeuteten Abend; dies lässt sich nicht im entfernten entschuldigen.
    „Todesunlust“! Ja, wie viele vorrangig gesunde Menschen wollen, in einer, angekündigten dreistündigen Performance (nicht in einem Theaterstück), Todeslust empfinden?
    „Wer Glück hatte, konnte schon nach einer knappen Stunde weiterziehen zu diversen Untersuchungen und ins Labor.“
    Vorsicht, Frau E.-K.! Laut ihres Protokolls, müssten nach einer ¾ Stunde im Warteraum, 20 Minuten im „stockfinsteren Raum“, die Ersten schleunigst ins Labor durch geordert worden sein.
    Fr. E.-K., Sie sind sicher keine Kassenpatientin. Viele von uns leider ja.
    Wir hatten nicht die Wahl uns auf das Thema vorzubereiten, wir wurden gezwungen uns auf den „Krebsgang“ einzulassen und was sind bitte 3 ½ Stunden verglichen mit Jahren?
    Die Gäste, welche sich unbefangen auf die Performance einließen, waren auch nicht, mit den symbolischen Luftballons überfordert. Wobei das Pendant frei von Verstand diese Luftballons zerquetschte, ignorierend im gekennzeichneten Therapiezimmer innezuhalten. Somit auch gar nicht verstand, weshalb es uns Betroffenen abartig schlechter ging.
    „Beifall für die ihr Thema völlig verfehlende Vorstellung ist gescheiterweise nicht vorgesehen.“
    Unser ausgelegtes Gästebuch verzeichnet mehrmals genau diese Vorenthaltung!
    Zudem sind wir Ehemalige – genau keine Schauspieler und gaben unser Bestes. Dies ist nicht zu würdigen?
    Anne-Kathrin Gentz-Schönfelder

  • Eine Kritik an einer Kritik im General-Anzeiger, die am 16. Oktober 2011 veröffentlicht wurde.
    Sehr geehrter Herr Neusser,
    Eines vorweg: Vor dem Entschluss, ausgerechnet Ihnen zu schreiben, sind einige Tage verstrichen. Ich wollte meinen Ärger über das, worüber ich im Folgenden berichte, nicht ungebremst einfließen lassen, sondern Abstand gewinnen, um möglichst sachlich bleiben zu können. Zugleich lege ich keinen Wert darauf, öffentlich zu werden.
    Meine Kritik ist die Reaktion auf die Kritik an der Performance
    „Zauberbergmanifest – im neunten Bett stirbt man nicht“, verfasst von einer Mitarbeiterin des Bonner General-Anzeigers am 16. Oktober 2011, Frau Einecke-Klövekorn. Dabei sei von meiner Seite die Einsicht in die Existenzberechtigung von Kritiken als solche betont, ob vernichtend oder bejubelnd. Für beide Fälle jedoch gelten fünf wesentliche Voraussetzungen:
    1. Der Kritiker muss über ein gewisses Maß an Ausbildung in demjenigen Bereich verfügen, in welchem er sich als Kritisierender bewegt – hier journalistische Publizistik – und idealer Weise echte Lebenserfahrung gesammelt haben.
    2. Der Kritiker muss zur Interpretation und Abstraktion fähig und willens sein, im Zweifel hat er sich im Vorfeld vernünftig zu informieren.
    3. Der Kritiker muss sich in das zu kritisierende Thema einlassen können und wollen.
    4. Der Kritiker muss persönliche Aversionen und Reaktanzen außen vor lassen können.
    5. Der Kritiker muss sich der Verantwortung für die Konsequenzen seines Tuns bewusst sein.
    Wer diese fünf Voraussetzungen nicht erfüllt, handelt meiner Meinung nach unseriös. Das gilt in die-sem Kontext für die von Frau Einecke-Klövekorn verfasste und im GA am 16. Oktober 2011 veröffent-lichte Kritik:
    1. Sie weiß offensichtlich nicht, was eine Performance ist, was sie bedeutet und wie sie sich von anderen schauspielerischen Darstellungsformen insbesondere in ihrer evolutionären Dynamik im Laufe einer Staffel unterscheidet.
    2. Sie hat keinen der vielen Bestandteile der in Rede stehenden Performance begriffen oder begreifen wollen.
    3. Da sich ihr der Zugang zu der Performance „Zauberbergmanifest“ nicht von selbst eröffnete, machte sie innerlich dicht und einfach nicht mehr mit.
    4. In der Folge hat sie sich offensichtlich persönlich angegriffen gefühlt.
    5. Und schließlich hat sie die Performance rücksichtslos tot geschrieben.
    Damit ich nicht falsch verstanden werde: Es bleibt jedem Kritiker unbenommen, beispielsweise die weißen und roten Luftballons, mit denen der Tanzmarathonsaal übersät war, als Metapher für die roten und weißen Blutkörperchen – ein wesentlicher Bezug zur Leukämie – für unangemessen zu halten. Es bleibt unbenommen, das ewige Warten – Metapher für die Situation der krebskranken Kinder in der Klinik – beispielsweise für zu langatmig zu halten. Es bleibt unbenommen, den Tanzma-rathon – Metapher für Durchhaltewillen und gemeinsamen Kampf – für zu anstrengend oder schwer zumutbar zu halten. Es bleibt unbenommen, die Pokerrunde um das Leben – Metapher für das Glücksspiel Krebs – beispielsweise für zu weit hergeholt zu halten.
    Frau Einecke-Klövekorn jedoch hat die gesamte Performance einfach nur lächerlich gemacht, weil sie nichts begriffen hat oder nichts begreifen wollte. Weil sie nichts begriffen hat oder nichts begreifen wollte ist ihr auch beim Eintreten in den Marathontanzsaal die Verwandlung des Publikums zu Darstellern völlig entgangen. Der damit einhergehende Umstand, plötzlich als einziger nicht begreifender Mensch einsam da zu stehen, war für Frau Einecke-Klövekorn nur ein weiterer Beleg für „grausame Harmlosigkeit“. Im Gegensatz zu ihr haben offenbar all diejenigen Menschen, die diese Performance an sieben Abenden besucht haben, alles verstanden. Und die Reaktionen waren überwiegend positiv.
    Sehr geehrter Herr Neusser, ich bin davon überzeugt, dass sich der GA auf Dauer selbst keinen Gefallen damit tut und auf der anderen Seite Menschen schadet, die unter schwierigsten Bedingungen Großartiges auf die Beine stellen, wenn er journalistische Amateure Kritiken schreiben lässt und die-se ungeprüft veröffentlicht.
    Mit freundlichen Grüßen
    Klaus W. Schmidt

  • Basti sagt:

    Krebs ist Krieg!

    Krebs ist ein Krieg, den man nicht gewollt hat.
    Krebs ist ein Krieg, den man nicht begonnen hat.
    Krebs ist ein Krieg, in dem man trotzdem kämpfen muss – und zwar um das eigene Leben.
    Krebs ist ein Krieg, aus dem Viele verwundet und für das Leben gezeichnet zurückkehren.
    Krebs ist ein Krieg, der einen nie aus seinen Klauen lässt.
    Krebs ist ein Krieg, dessen schreckliche Fratze einen auf Lebenszeit verfolgt.
    Krebs ist ein Krieg, unter dem auch Angehörige, Freunde und Bekannte leiden.
    Krebs ist ein Krieg, der Menschen aus dem Leben reißt.
    Krebs ist ein Krieg, der erbarmungslos Mütter von ihren Söhnen, Ehemänner von ihren Ehefrauen und Schwestern von ihren Brüdern trennt.
    Krebs ist ein Krieg, der Leid, Schmerz, Verzweiflung und Ungewissheit bringt.

    Die Schlacht mag gewonnen sein, aber wer weiß, ob der Krieg wirklich beendet ist?

  • BJ F sagt:

    Ein sicheres Mittel, die Leute aufzubringen und
    ihnen böse Gedanken in den Kopf zu setzen,
    ist, sie lange warten zu lassen.

    (F. Nietzsche)

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